Die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam blickt auf eine mehr als tausendjährige wechselhafte Geschichte zurück. Erste Besiedelungen des Ortes reichen vermutlich bis in die Anfänge der Bronzezeit zurück. Im 7. Jahrhundert entstand im Anschluss an die Völkerwanderungen unter den slawischen Hevellern eine Burganlage.
Die Gründung der Stadt
Potsdams erste Erwähnungen reichen bis ins Jahr 993 zurück. Im 13. Jahrhundert entwickelte sich ausgehend von der Burg eine kleine Siedlung. 1345 erhielt Potsdam schließlich das Stadtrecht, blieb in Brandenburg aber zunächst unbedeutend. Die Stadt lag weder an wichtigen Handelswegen noch brachte die Landwirtschaft große Erträge ein, so dass die Bevölkerung sich in erster Linie auf die Fischerei konzentrierte. 1416 kam Potsdam in den Besitz der Hohenzollern. Unter Kurfürst Friedrich I. entstand eine Brücke vom Festland über die Havel nach Potsdam, die den Grundstein für die verbesserte Lage legte. Der Aufschwung kam ab 1660, als der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm Potsdam zu seiner Residenzstadt wählte. Im Dreißigjährigen Krieg musste die Stadt schwere Zerstörungen hinnehmen und wurde neu aufgebaut. Unter dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. wurde der strukturierte Ausbau Anfang des 18. Jahrhundert vorangetrieben. Umfangreiche Umbauten und eine Verschönerung durch Barockfassaden wurden unter Friedrich dem Großen realisiert. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden auch einige der wichtigsten Bauten wie die Schlossanlage Sanssouci mit dem zugehörigen Prachtgarten. Friedrich der Große förderte vor allem die architektonische und künstlerische Seite der Stadt und hieß unter anderem den Dichter Voltaire auf Sanssouci willkommen.
Entwicklung ab dem 19. Jahrhundert
Einen kurzzeitigen Rückschlag erlebt Potsdam ab 1806 durch den Einfall Napoleons mit seinen Truppen und die nachfolgende Besatzungszeit. Unter Friedrich Wilhelm III wurde der verwaltungstechnische Fortschritt vorangetrieben. 1848 wurde Potsdam Teil der Unruhen durch die Märzrevolution. Als Folge der niedergeschlagenen Meuterei wurden große Bauprojekte vermehrt vorangetrieben, um die alten Machtverhältnisse zu festigen. Zu den wichtigen Bauten, die in diesen Jahren ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden zählen vor allem die Nikolaikirche und die Kirche St. Peter und Paul. 1888 war ein besonders markantes Jahr für Potsdam, das heute als Dreikaiserjahr bezeichnet wird. Zunächst verstarb Wilhelm I., wenige Monate später dessen Sohn Friedrich III. Die Nachfolge trat daraufhin dessen Sohn Wilhelm II. als Kaiser und König von Preußen an. Die Monarchie endete mit dem Ersten Weltkrieg, Wilhelm II., verließ 1918 Potsdam ins holländische Exil.
Nach dem Ende der Hohenzollern
Potsdam verlor seinen angesehenen Status als Residenzstadt. Ein markantes Datum in der jüngeren Geschichte Potsdams ist der 21. März 1933, der sogenannte “Tag von Potsdam”. An diesem Tag verneigte sich anlässlich der Einweihung des neuen Reichstages Adolf Hitler als neuer Reichskanzler vor dem noch amtierenden Paul von Hindenburg. Im zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt schwere Zerstörungen, vor allem das Stadtschloss und die Garnisonskirche gingen dabei verloren. In der Potsdamer Konferenz vom 2. August 1945 wurde das Potsdamer Abkommen verabschiedet, das die Demokratisierung und neue Struktur Deutschlands festlegte. Zur Zeit der DDR war Potsdam von 1952 bis 1990 der Verwaltungssitz des Bezirkes Potsdam. Nach der Deutschen Einheit wurde Potsdam die Landeshauptstadt von Brandenburg.
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